Hiring is culture building
Ich erlebe leider viel zu oft, dass Unternehmen und insbesondere Scale-ups ihre neuen „Rockstars" feiern, mit Beeindruckenden CVs, krassen Erfolge bei Big Playern und fantastischem Skillset. Doch sechs Monate später herrscht Grabesstimmung. Das Team ist zerrissen, drei gute Leute haben gekündigt, und der vermeintliche Game-Changer ist vom Team isoliert.
𝗪𝗮𝘀 𝗶𝘀𝘁 𝗽𝗮𝘀𝘀𝗶𝗲𝗿𝘁? 𝗜𝗵𝗿 𝗵𝗮𝗯𝘁 𝗲𝗶𝗻𝗲𝗻 𝗞𝘂𝗹𝘁𝘂𝗿𝗸𝗶𝗹𝗹𝗲𝗿 𝗲𝗶𝗻𝗴𝗲𝘀𝘁𝗲𝗹𝗹𝘁.
Die Wahrheit ist, jede Hiring-Entscheidung – besonders bei Führungskräften – ist eine Kulturentscheidung. Nicht irgendwann, sofort. Mit jedem neuen Leader bringst du ein komplettes Wertegerüst ins Unternehmen. Diese Werte kollidieren, vermischen sich, dominieren oder werden unterdrückt. Ob du willst oder nicht.
Die meisten rekrutieren immer noch nach dem Prinzip „Skills first, Culture fit passt schon". Als ob Kultur ein Softskill wäre, den man nebenbei mitbringt. Ist es aber nicht. Kultur ist das Betriebssystem deiner Organisation und du installierst gerade Updates, ohne zu checken, ob sie kompatibel sind.
Deshalb muss der Prozess umgedreht werden: Werte sind nicht das Nice-to-have am Ende des Prozesses. Sie sind der Filter am Anfang. Denn ein brillanter CFO, der auf Kontrolle und Hierarchie setzt, wird in einem selbstorganisierten, transparenten Scale-up zum Brandbeschleuniger, egal wie beeindruckend sein Lebenslauf ist.
Es ist fatal, die meisten Unternehmen können nicht mal artikulieren, welche Werte sie wirklich leben (versus welche auf der Website stehen). Geschweige denn, dass sie systematisch erfassen, welches Wertegerüst eine neue Führungskraft mitbringt.
Was dann dabei rauskommt: Schnelle Brüter, die kurzfristig performen. Aber keine nachhaltig erfolgreichen Organisationen.
Wie bringst du aktuell in Erfahrung, welche Werte deine Führungskräfte-Kandidat:innen wirklich antreiben? Kennst du die Werte, die in deinem Unternehmen tatsächlich gelebt werden?
Wenn die Antwort zögerlich kommt, ist das okay, aber dann ist es Zeit, das zu ändern. Hiring ist Culture Building, ob bewusst oder unbewusst.

