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Werte und Kultur HR

Braucht es HR noch?

„Die Probleme verschwanden, als ich HR entlassen habe." (Ryan Breslow, CEO von Bolt) Ryan hat seine komplette HR-Abteilung gefeuert, weil diese mehr Probleme geschaffen hatte (die es ohne HR gar nicht gegeben hätte) als gelöst. HR hatte für ihn die falsche Energie, den falschen Anreiz und sei einfach das falsche Format.

2 Min. Lesezeit

Hat er Recht? Schafft HR mehr Reibung, als es löst?

Jeder von uns hatte schon mit schlechter HR-Arbeit zu tun. Auf Führungsprobleme wird mit Projekten reagiert, Einstellungen verzögern sich oder werden verhindert wg. Formalismen oder einfach weil HR kulturell einen Missfit erkennt. Es werden Feedback-Workshops abgehalten, aber eigene Teamkonflikte ausgesessen. Es werden Surveys zur Zufriedenheit versendet, deren Ergebnisse entweder niemals veröffentlicht werden oder deren Umsetzung sich über Jahrzehnte hinzieht. Es gibt sie, die Reibungen, die HR erzeugt, die ansonsten nicht da wären.

Doch dies ist nicht HR, sondern schlechte HR.

Eine gute People Unit ist das Gegenteil davon, sie hilft dem Board zu erkennen, dass ggf. nicht die Menschen, sondern die eigene Führung und Sprunghaftigkeit ein Problem sind. Sie erkennt im Zweifel, dass der Top-Performer eben auch eine toxische Persönlichkeit hat und das ganze Team runterzieht. Sie hält die Werte da hoch, wo der Zahlendruck und ein polierter Lebenslauf zu Fehleinstellungen führen.

Hier macht Ryan einen Denkfehler. Schlechte HR schafft Probleme und erstickt Geschwindigkeit in Prozessen. Gute HR erkennt Schwachstellen, die langfristig zu großen Problemen werden, und spiegelt Führung. Das ist eben nicht dasselbe, auch wenn Ryan das denkt.

Er verrät sich selber, wenn er sagt: „Es gab ein Anspruchsdenken, und 99 % der Mitarbeiter konnten sich nicht anpassen." - Wenn fast alle nicht passen, ist das doch kein HR-gemachtes Problem. Die Frage ist, ob die gelebte Kultur noch zum Zielbild passt. Diese Lücke aus gelebten und kommunizierten Werten muss HR aufdecken. Man löst das Problem aber nicht, wenn man die entlässt, die das Problem erkennen und Unbequemes benennen.

Dabei hat Ryan Breslow mit den Symptomen recht, aber er sieht die Ursache nicht.

Wie ist P&C oder HR bei euch, eher Problemmacher oder decken sie auf und benennen die richtigen Themen, die vom Board übersehen werden?

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